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Wohnung: 1.435 Euro. Therapieplatz: 6 Monate. Perspektive: Keine.
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In Salzburg ist eine sichere Zukunft keine Garantie, man kann sich ja kaum das Hier und Jetzt leisten. Im Land Salzburg bezahlt man für den Quadratmeter durchschnittlich 11,90 Euro inklusive Betriebskosten für Miete – Platz Eins im Bund. In der Stadt Salzburg noch mehr. Zur Illustrierung wie viel mehr: Eine 70 Quadratmeter-Wohnung in der Stadt Salzburg kostet heute 1.435 Euro, das sind 343 Euro (31 Prozent) mehr als noch vor vier Jahren. Für junge Salzburger:innen werden WG-Zimmer Luxusgüter, während der Traum vom Eigentum genau das bleibt. Es liegt nicht an fehlender Disziplin, im Gegenteil, junge Menschen arbeiten heute mehr denn je, von den Student:innen gehen circa zwei Drittel neben der Uni arbeiten. Die Inflation frisst Löhne, besonders in jenen Branchen, in denen viele Jugendliche arbeiten – Gastronomie, Pflege, Handel. Es ist, als würde man mit einem löchrigen Eimer Wasser schöpfen.
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Nicht nur finanziell steht man in Salzburg leer da, auch psychisch wird man im Dunkeln gelassen. Die Jugend steht unter Dauerstress. Laut der Initiative vom Bund „Gesund aus der Krise“ zeigen mehr als die Hälfte der jungen Menschen depressive Symptome und knapp jede:r Zweite leidet an Schlafstörungen während rund ein Drittel mit Angstzuständen kämpft. Therapieplätze sind rar, monatelanges Warten darauf die Norm. Es ist, als würde man mit gebrochenem Bein vor einer verschlossenen Notaufnahme stehen.
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Politisch wird ein Sparkurs gefahren. 2025 kürzte das Land Salzburg rund eine Million Euro bei der Kinder- und Jugendhilfe. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft kurz kija Salzburg warnt: Die Einsparungen würden nicht nur Kinderrechte verletzen, sie würden zudem Chancengleichheit gefährden. Das sei keine Reform, das sei aktiver Sozialabbau. Programme wie #change, finanziert vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, oder Gesund aus der Krise, finanziert vom Sozialministerium, leisten wertvolle Arbeit , doch sie sind befristet und finanziell unsicher. Beteiligungsformate wie der Jugendlandtag wirken wie Alibi-Veranstaltungen: viel Symbolik, wenig Mitbestimmung. Während Millionen in Tourismus und Standortmarketing fließen, bleibt die Jugendpolitik eine Randnotiz.
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Dabei wird die Zukunft nicht einfacher. Künstliche Intelligenz, Klimakrise, politische Spaltung – all das trifft Salzburgs Jugend mit voller Wucht. Laut dem Zukunftsreport „Salzburg 2034“ welcher vom What´s Next Institute im Auftrag der Jungen Wirtschaft Salzburg veröffentlicht wurde, verändern Automatisierung und KI besonders jene Berufe, in denen junge Menschen arbeiten. Wer keinen Zugang zu digitaler Bildung hat, wird abgehängt. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter. Reiche profitieren von immer mehr Vermögenszuwächsen, während der Rest der Gesellschaft mit stagnierenden Löhnen und steigenden Mieten kämpft. Die politische Polarisierung verstärkt das Gefühl, dass die Sorgen junger Menschen niemand hören will.
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In der neuen Werkspost spricht Lukas Oberauer mit Wolfgang Loidl vom Verein Spektrum über ein Aufwachsen in Krisenzeiten.
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- Laut Statistik Austria sind die Mietpreise der Stadt Salzburg pro Quadratmeter mittlerweile bei 20,50 Euro, im Land bei 17,90 Euro. Dabei haben sich die Preise seit 2020 um über 30 Prozent gestiegen.
- Die Jugendarbeitslosenquote in Salzburg ist mit 4,8 Prozent über dem österreichischen Schnitt. In der Stadt Salzburg liegt sie bei 7,5 Prozent.
- In der IFZ Salzburg Jugendstudie (Internationales Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen) aus dem Jahr 2024 geben 63 Prozent der Jugendlichen an, „dass ihre Generation es schwerer haben wird als die Eltern“.
- Der Berufsverband Österreichischer Psycholog: innen (BÖP) nach wurde zwischen 2023 und 2024 um 35 Prozent mehr Therapieplätze angefragt als zuvor. Häufige Gründe waren Zukunftsangst, finanzielle Unsicherheit, Einsamkeit.
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