Werkspost – der politische Salzburg-Kommentar
Reintegration in den Arbeitsmarkt

Zwischen Küche, Werkstatt und Secondhand-Läden

Salzburger Sozialbetriebe zeigen, wie man Integrationsarbeit leistet
Eine Werkspost von:

Lukas Oberauer

01. April 2026
In Salzburg gibt es Betriebe, die gesellschaftliche Verantwortung nicht nur propagieren, sondern sie auch leben: Das Restaurant Schmankerl in der Stadt Salzburg, die Secondhand-Shops Tao oder Anderskompetent mit ihren vielseitigen Projekten. All diese Initiativen geben Menschen, welche auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten, eine Perspektive und zeigen, dass Inklusion nicht von Mitleid, sondern von Mut und echtem Willen zur integrativen Teilhabe lebt.

All diese Initiativen zeigen, nur wer die Chance bekommt sich zu beweisen, kann sie auch nutzen. Menschen mit Beeinträchtigungen, psychischen Erkrankungen, Migrationshintergrund oder längerer Arbeitslosigkeit zeichnen sich in diesen Betrieben durch ein enormes Engagement aus. Typischerweise handelt es sich um einen immer ähnlichen Prozess, man wird nach einer Beratung vom AMS an bestimmte Sozialbetriebe weitergeleitet. Dort wird man je nach Interessen, Qualifikationen und gesundheitlichem Zustand eingestuft und in einen Arbeitsbereich eingeteilt, bevor man, wenn möglich, das finale Ziel, die Integration in den regulären Arbeitsmarkt, in Angriff nimmt.

Der Mehrwert ist vielseitig: Betroffene können durch diese Arbeit wieder Zugehörigkeit und Selbständigkeit erleben, für unsere Gesellschaft bedeuten sie ein Stück mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Zudem wird das Sozialsystem nicht nur entlastet, es profitiert sogar: Wer nach längerer Erwerbslosigkeit in der Arbeitswelt wieder Fuß fasst, braucht weniger Mindestsicherung, Reha-Leistungen und AMS-Förderungen und zahlt zudem auch selbst Beiträge ein. Gerade bei Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zeigt sich zudem, dass eine aktive Arbeitsintegration neben Langzeitarbeitslosigkeit auch Frühpensionierung reduzieren kann. Die diversesten Lebenserfahrungen kennenzulernen, macht nicht nur einen selbst offener, auch der Gesellschaft tut genau diese gelebte Sichtbarkeit von Vielfältigkeit gut.

Solche Projekte müssen jedes Jahr hoffen, weiterhin finanziell gefördert zu werden. Es fehlt nicht am Engagement innerhalb der Betriebe, lediglich an verlässlicher Finanzierung, welche Zukunftspläne sichert. Förderungen müssen jährliche neu verhandelt werden, Projekte müssen sich nach zeitlich befristeten Finanztöpfe richten. Wenn eine soziale Einrichtung mehr Zeit damit verbringt, Förderansuchen auszufüllen als Menschen auf ihren Weg in die Berufswelt zu begleiten, läuft etwas nicht ganz richtig.

Das Land Salzburg könnte hierbei deutlich mehr tun, etwa durch langfristige Förderzusagen, eine Vereinfachung von Antragsverfahren und eine rechtliche Absicherung integrativer Beschäftigungsmodelle.

In der neuen Werkspost spricht Lukas Oberauer mit Christian Moik, Geschäftsführer der Soziale Arbeit GmbH, über die Reintegration in den Arbeitsmarkt.

Infobox:
  • Ein Bericht des AMS, veröffentlicht im Jänner 2026, legte offen, dass die Arbeitslosigkeit der Menschen mit Behinderungen in Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 13,9% gestiegen ist und das bei einer Erwerbsquote von 54,1% während sich bei der Gesamtbevölkerung ein Anstieg um 3,8% bei einer Erwerbsquote von 74,2% zeigte.
  • Im Oktober 2024 erschien der Austrian Social Enterprise Monitor 2023/2024: Status quo und Potentiale von Sozialunternehmen in Österreich. Darin wird unter anderem sichtbar, dass in Österreich circa 2.385 aktive Sozialunternehmen existieren. 28,6% sprich 682 dieser Unternehmen zählen zum Cluster „Hybride und arbeitsintegrative Sozialunternehmen“.
  • Aufgrund von Schwierigkeiten in der Wiedereingliederung in die Arbeitswelt für ältere Menschen wurde mit dem 1. Jänner 2026 bundesweit die Aktion 55+ ins Leben gerufen. Diese wird in Salzburg für dieses Jahr mit 1,544 Millionen Euro unterstützt. Ziel ist es die Erwerbstätigkeitsquote von Personen im Alter über 55 Jahren zu erhöhen.

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