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Salzburger Verkehrspolitik
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Das S-Bike ist
eine Chance für Salzburg
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Lange hat es gedauert, jetzt soll es auch bald in der Stadt Salzburg Leihräder geben. Damit sind zwar nicht alle Verkehrsprobleme gelöst, das S-Bike ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.
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Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Diesmal kommen solche ausgerechnet aus dem ewigen Jammertal der Salzburger Verkehrspolitik. Das Busnetz hat neue Linien bekommen, die Takte werden spürbar verdichtet. Oder anders gesagt: Bei den Öffis ist in der jüngeren Vergangenheit einiges weitergegangen, auch wenn es noch viel Nachholbedarf gibt, wie die unten im Infoteil angehängten Zahlen deutlich machen. Die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte lassen sich eben nicht mit einem Fingerschnippen aufholen.
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Und gleich noch eine gute Nachricht: Läuft alles nach Plan, dann wird die Stadt Salzburg noch heuer mit dem S-Bike ein Leihradsystem bekommen. In der ersten Phase soll es rund 600 Leihräder mit über 60 Stationen geben. Ein Ausbau auf rund 1000 Räder und in die Umlandgemeinden ist in Planung. Die Kosten von rund 1,66 Millionen Euro pro Jahr teilen sich Land und Stadt Salzburg, der Verkehrsverbund ist als Partner an Bord.
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Aus Sicht der Verkehrsplanung kann das S-Bike-System vor allem eines bringen: Die letzte Meile von und zu den Haltstellen wird vereinfacht. Schnelle Wege in der Stadt können ebenfalls mit dem Leihrad absolviert werden. Zielgruppe sind damit in erster Linie die Salzburger und Salzburgerinnen. So schaut auch die Tarifgestaltung aus. Wer ein Klimaticket hat, fährt die erste halbe Stunde gratis. Damit ist man auf den E-Bikes de facto gratis quer durch die ganze Stadt unterwegs.
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Seit Beginn der Diskussion um ein Bike-Sharing-System für Salzburg sind nun mehr als 13 Jahre vergangen. Dass die ersten Projekte letztlich gescheitert sind, könnte sich im Nachhinein als Glück erweisen: Inzwischen ist die Technik weiter fortgeschritten und das für Salzburg vorgesehene System ziemlich ausgereift.
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Fachleute gehen davon aus, dass es drei Jahre dauern wird, bis man bilanzieren könne, ob das Leihsystem angenommen wird oder nicht. Von einem Erfolg könne man sprechen, wenn jedes Radl im Schnitt drei Mal pro Tag verliehen wird. Da liegt die Latte hoch und es wird spannend zu beobachten sein, ob die ohnehin mangelhafte Radwegeinfrastruktur diese zusätzliche Frequenz an den neuralgischen Punkten noch aufnehmen kann und wie es dann in der kälteren Jahreszeit mit den bekanntermaßen nicht immer akkurat geräumten Radwegen aussieht.
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Klar scheint jedenfalls, dass sich die – an sich sinnvolle – Helmpflicht für E-Bikes mit einem öffentlichen E-Bike-Verleihsystem nicht verträgt. Es ist auch um die noch vor Monaten österreichweit so heftig diskutierte Helmpflicht wieder ruhiger geworden. Dies wohl auch, weil auch den Befürwortern der Helmpflicht klar geworden ist, dass diese mit Verleihsystemen kaum kompatibel ist.
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Vom unmittelbaren Zweck einmal abgesehen, verbinden manche mit dem S-Bike auch noch ganz andere Hoffnungen. Mit dem S-Bike könne die Verleihkultur in Salzburg Einzug halten, sagt KPÖ-Gemeinderat Peter Weiss. Er war als Radverkehrskoordinator der Stadt Salzburg immer ein Verfechter eines Leihradsystems. Ob die Leihräder wirklich den Sharing-Gedanken in Salzburg voranbringen können? Das wird wohl davon abhängen, ob das Angebot gut genug ist, sich gegen die erwartbare Negativ-Kampagne der FPÖ und einschlägiger rechter Medienplattformen zu behaupten. Eine Chance sind die S-Bikes aber allemal.
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In der neuen Werkspost spricht Thomas Neuhold mit Stadträtin Anna Schiester über das S-Bike und den öfffentlichen Verkehr in Salzburg.
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Die Verkehrsplanung (Mobilitätsplan 2040) für die Stadt Salzburg in Zahlen (Stand 2025, Quelle Stadt Salzburg, Auswahl durch den Autor):
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- Einwohner:innen Stadt Salzburg: 158.322
- Fläche: 66 km²
- Besonderheit: Im Zentrum dicht bebaut, in den Randbereichen landwirtschaftlich geprägt – dank der insgesamt geringen Stadtgröße sind jedoch nahezu alle Stadtteile innerhalb weniger Kilometer erreichbar. Das schafft ideale Voraussetzungen für eine „Stadt der kurzen Wege“, insbesondere im Radverkehr.
Modal Split (Verkehrsmittelwahl der Wohnbevölkerung, Quelle Verkehrserhebung des Landes aus dem Jahr 2022)
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- Umweltverbund gesamt: 62 %
- Zu Fuß: 22 %
- Rad: 23 %
- Öffentlicher Verkehr: 17 %
- MIV (motorisierter Individualverkehr): 37 %
- Radstrategie: In der Überarbeitung der Radstrategie wird ein Zielwert von 30 % Radanteil bis 2030 diskutiert.
- Besonderheit: 71 % aller Wege unter 5 km – davon 40 % unter 2,5 km → ideal für Rad & Fuß
- 80 % der Haushalte besitzen mindestens ein Auto
- 90 % besitzen ein Fahrrad, 12 % ein E-Bike
- Motorisierungsgrad Stadt: ca. 50 Pkw/100 Ew. (deutlich niedriger als im Umland)
Pendler:innen (Erwerbsverkehr, 2022)
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- Einpendler:innen: 54.289
- Auspendler:innen: 23.736
- Binnenpendler:innen (innerhalb Salzburgs): 52.997
- Top-Einpendelgemeinden: Wals-Siezenheim, Hallein
- Tendenz: Starke Zunahme des Pendelverkehrs aus dem Umland erwartet bis 2040
Weitere signifikante Zahlen und Trends
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- KFZ-Verkehr an den Zählstellen im Stadtgebiet ist seit 2016 um 8 % gesunken
- Radverkehr: Anteil gestiegen, aber Zählstellen zeigen Stagnation wegen überlasteter Infrastruktur
- 10 Mio. Tagesgäste jährlich, davon rund 70 % mit dem privaten Pkw. Das entspricht durchschnittlich etwa 7.000 Pkw-Fahrten pro Tag allein durch Tagestourismus (Durchschnittsbesetzung: 2,7 Personen/Pkw)
- 24.300 Reisebusse jährlich
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