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Salzburger Verkehrspolitik
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Autofreie Altstadt das ganze Jahr statt Sommerregelung
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Die linke Stadtregierung ist immer noch zu zurückhaltend bei der Verkehrsberuhigung. Aus dem Versuch sollte endlich eine Entscheidung werden.
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Das Fahrverbot in der Salzburger Innenstadt für zwei Monate im Sommer greift zu kurz. Eine autofreie Altstadt ist an der Salzach längst überfällig. Gäste und Einheimische werden es der Stadtregierung später danken, wenn im Zentrum mehr Platz für Menschen statt für Autos ist. Sie sollte nicht zu zaghaft Schritt für Schritt vorgehen, sondern besser gleich Tatsachen schaffen. Die Gegner sind dann nur einmal laut.
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Denn die Sommerregelung hat etwas Entscheidendes eindrücklich gezeigt: Es geht. Zwei Monate lang wurde der Autoverkehr rund um die Altstadt eingeschränkt. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Viele Tagesgäste nutzten das Angebot um 7,50 Euro einen Tag an einem Park-and-Ride-Parkplatz stehen zu bleiben und mit den Öffis in die Stadt zu fahren. Also warum nur zwei Monate? Der Verkehr verschwindet ja nicht, nur weil die Salzburger Festspiele vorbei sind. Was im Sommer funktioniert, kann im Herbst nicht plötzlich falsch sein.
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Warmes Wetter, weniger Stau
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Ja, im ersten Jahr fuhren noch viele Nichtberechtigte in die Innenstadt. Das war augenscheinlich, wenn man regelmäßig durch das Neutor fuhr oder den Rot-Kreuz-Parkplatz passierte. Das Problem: Strenge Kontrollen durch die Polizei fehlten.
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Die Stadtregierung zog trotzdem noch vor dem Start der Festspiele eine erste positive Bilanz der neuen Sommerregelung. Wohlwissend dass der ärgste Andrang durch Touriautos und Tagesgäste aus dem Seenland noch bevorsteht. Schon wenige Tage später staute es sich bei Regen wie jedes Jahr in Maxglan bis zur Mönchsberggarage. Insgesamt blieb der regelmäßige Stau heuer wohl auch wegen des trockenen, heißen Wetters aus.
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Dass sich die Autofahrerparteien ÖVP und FPÖ über die Regelung laut echauffierten ist freilich wenig verwunderlich. Vor allem die ÖVP sollte jedoch leise sein. Denn Harald Preuner und Barbara Unterkofler (beide ÖVP) haben als Bürgermeister und Verkehrsstadträtin fünf Jahre lang nichts gegen den Stau in der Stadt ausrichten können und wollen. Mit dem Kreisverkehr vor dem Rot-Kreuz-Parkplatz, in den sich wartende Autos regelmäßig hineinstauen, wurde die Verkehrssituation sogar noch verschärft. Und Salzburg hat seither den wohl einzigen Kreisverkehr in Österreich, der einen Wachdienst braucht. Was für eine Posse.
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Die aktuelle linke Stadtregierung probiert die Verkehrsberuhigung zumindest aus. Doch immer noch zu zurückhaltend. Statt den Gaisberg autofrei zu machen gibt es fünf autofreie Tage im Jahr, statt den Rot-Kreuz-Parkplatz zu einem schattigen Erholungsort zu machen, wurde er zur Stadtoase für einen Monat und anstatt die Durchfahrt durch die Altstadt endlich zu stoppen gibt es eine Sommerregelung mit vielen Ausnahmen.
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Genug probiert, beobachtet und evaluiert. Irgendwann muss aus dem Versuch eine Entscheidung werden. Die Sommerregelung sollte der Auftakt für die autofreie Innenstadt sein. Mit der Neutorsperre, die wegen der Festspielbaustelle notwendig ist und ab seit 14. September gilt, wird hoffentlich endlich wirklich der gesamte Durchzugsverkehr aus der historischen Altstadt verbannt. Politik bedeutet eben manchmal, etwas zu entscheiden, obwohl nicht alle begeistert sind.
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Lina Mosshammer ist Gründerin der Mobilitätsagentur „Point and“ und unterstützt Unternehmen, Städte und Regionen dabei Mobilitätslösungen zu entwickeln.
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Ursula Witzmann-Müller ist Geografin und arbeitet mit ihrer Firma UWM Mobilität ebenfalls als Mobilitätsplanerin und Beraterin. Beide saßen auch in der Fachjury, die Mobilitätsideen für die Stadt Salzburg bewertete.
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- Um Stau zu reduzieren hat die Stadt Salzburg im Juli und August eine Zona traffico limitato eingeführt. Also nach italienischem Vorbild ein Fahrverbot in der Innenstadt für Autos, von dem nur Salzburger Kennzeichen und jene aus den Umlandgemeinden ausgenommen waren. Die sogenannte Sommerregelung sollte vermeidbaren Durchzugs- und Suchverkehr reduzieren und die Innenstadt um bis zu 1.000 Fahrten pro Tag entlasten. Wie Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) im ORF sagte, sei das auch zu 75 Prozent gelungen.
- Die neue Innenstadtzone mit Verkehrsbeschränkung umfasste im Stadtkern die Salzachkais, die Staatsbrücke und das Neutor. Konkret galt im Juli und August ab den Zufahrten über den Müllner Hügel, der Imbergstraße und der Schwarzstraße ab dem Landestheater ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge. Ausgenommen waren Autos mit den Kennzeichen Salzburg, Salzburg Land, Hallein sowie jenen des Rupertiwinkels.
- Kritik an der Maßnahme kam unter anderem von der schwarz-blauen Landesregierung, die eine Ungleichbehandlung für Menschen aus dem Innergebirg sahen. Pongauer, Pinzgauer und Lungauer würden aus der eigenen Landeshauptstadt ausgesperrt werden, während Autos aus dem bayrischen Umland durchfahren dürfen.
- Ab 14. September wird durch die Baustelle der Festspielhäuser das Neutor für ein halbes Jahr komplett gesperrt. Stadt und Land nutzen dieses Zeitfenster um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern. Bis zum Jahresende gibt es ein flexibles Klimaticket um 33,25 Euro, das ähnlich wie beim Deutschlandticket monatlich gekündigt werden kann. Außerdem werden 20.000 kostenlosen Öffi-Tagestickets von Stadt, Salzburger Verkehrsverbund und den Umlandgemeinden verteilt.
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