Nehmt den Autos Platz weg!

Radler werden in Salzburg ausgebremst

Eine Brücke ohne Radweg, eine Hauptradverkehrsstrecke durch den Hinterhof und Begegnungszonen ohne Verkehrsberuhigung – Verkehrsstadträtin Barbara Unterkofler und Bürgermeister Harald Preuner (beide ÖVP) bremsen in der laufenden Legislaturperiode den Radverkehr aus, wo es nur geht. Für eine Mobilitätswende braucht es jedoch das komplette Gegenteil: Mut die Stadt umzubauen und den Platz auf der Straße zugunsten der Fußgänger und Radfahrerinnen umzuverteilen. Denn das Auto verfügt immer noch über zu viel Raum.
Eine Werkspost von:

Stefanie Ruep

12. Juli 2023
Auch finanziell wird die Radverkehrssparte in der Stadtpolitik ausgeblutet: Der Posten des Radverkehrskoordinators wurde komplett gestrichen. 2021 wurden die Zuschüsse für den Kauf von Lastenrädern und Fahrradanhängern stark reduziert und auch das Radbudget um 300.000 Euro gekürzt. Im gleichen Jahr hat übrigens Eisenstadt mehr Geld in den Ausbau von Rad- und Fußwegen als in Straßen gesteckt. Die burgenländische Landeshauptstadt ist ebenfalls schwarz regiert.
Für alle, die es genauer wissen wollen:
Radlobby-Salzburg-Obmann Harald Gaukel im Werkspost-Gespräch.
Graz macht vor, wie es gehen könnte. Die halbe Stadt ist derzeit eine Baustelle, um Infrastruktur für Radfahrer und Fußgängerinnen zu schaffen. Eine neue Tram-Trasse wird gebaut, Durchzugsstraßen für den Autoverkehr gesperrt, eine Begegnungszone und ein Radhighway eingerichtet. Die Verkehrsprioritäten werden auf den Kopf gestellt: Nicht das Auto zählt, sondern zuallererst Fußgänger, gefolgt von Radlerinnen und Öffis. Um Platz zu schaffen für umweltfreundliche Mobilität, muss zuallererst den Autos Raum weggenommen werden.

In Salzburg herrscht dahingehend Stillstand und trotzdem fahren immer mehr Menschen ihre täglichen Wege mit dem Rad. Dieser Erfolg ist jedoch weder der ÖVP-Verkehrspolitik noch dem Ausbau der Infrastruktur zuzuschreiben, sondern vielmehr dem kaputtgesparten öffentlichen Verkehr und dem anhaltenden Stau in der Stadt.

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